Der Urner Umweltrat, bestehend aus WWF Uri, Pro Natura Uri, VCS Uri und Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz Sektion Innerschweiz, hat in einer Stellungnahme seine Erwartungen an die Initianten des Projekts «Max der Uristier» und an die beteiligten Behörden formuliert. Vor der Realisierung müssen grundlegende Eckpunkte des Projekts wie der zeitliche Horizont, ein Mobilitätskonzept für Haupt- und Nebensaisons sowie die langfristige Finanzierung geklärt werden. Der Urner Umweltrat legt den Initianten nahe, transparent und umfassend zu kommunizieren und der lokalen Bevölkerung eine ernsthafte Möglichkeit zur Mitwirkung zu bieten. Die involvierten kantonalen und lokalen Behörden werden aufgefordert, das Verfahren zum Quartiergestaltungsplan und das Baubewilligungsverfahren rechtlich korrekt und transparent zu koordinieren.

Auf dem Nätschen oberhalb Andermatt soll noch diesen Herbst die schweizweit bekannte Holzfigur aufgestellt werden. Bei der Realisierung eines solchen Grossprojekts in einer so kurzen Zeit besteht die Gefahr, dass wichtige planerische Grundlagen fehlen, dass rechtlichen Verfahren abgekürzt und die Interessen der lokalen Bevölkerung ignoriert werden. Der Urner Umweltrat hat deshalb in einer Stellungnahme die Projektinitianten und die beteiligten Behörden von Kanton und Gemeinde aufgefordert, die offenen Fragen sorgfältig zu klären, transparent zu kommunizieren und der Bevölkerung eine ernsthafte Möglichkeit zur Mitwirkung zu bieten.

Der geplante Uristier wird aufgrund seiner Grösse und Lage das Landschaftsbild deutlich verändern. «Auch wenn der Standort bereits touristisch geprägt ist und keine besonders schutzwürdigen Lebensräume direkt betroffen sind, muss der landschaftliche Eingriff sorgfältig beurteilt werden. Aus den verfügbaren Unterlagen geht nicht ausreichend hervor, ob alternative Standorte oder weniger raumwirksame Lösungen systematisch geprüft wurden», so Silja Eller, Geschäftsführerin Pro Natura Uri.

«Ein überzeugendes Verkehrs- und Mobilitätskonzept ist bisher nicht erkennbar. Der blosse Hinweis auf die gewünschte Anreise der Besuchenden mit dem Zug oder der Gondelbahn genügt angesichts der Lage an der Passstrasse und den knappen Platzverhältnissen nicht», sagt Philipp Rohrer, Geschäftsleiter VCS Uri. Zu klären ist insbesondere, wie der Besucherverkehr während der Hauptsaison, an Spitzentagen und in den Zwischensaisons bewältigt werden soll und wie die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefördert wird.

Auch wirft das Verhältnis zwischen dem Quartiergestaltungsplan und dem Baubewilligungsverfahren Fragen auf. Der Quartiergestaltungsplan soll zentrale Rahmenbedingungen wie Lage, Gestaltung, Erschliessung und Abstellflächen festlegen. Diese Grundlagen dürfen durch ein vorgezogenes Baubewilligungsverfahren nicht faktisch vorweggenommen werden. «Wir erwarten, dass das Verfahren rechtlich korrekt abläuft. Eine Baubewilligung darf erst erteilt werden, wenn die erforderlichen planungsrechtlichen Grundlagen vorliegen und sämtliche relevanten Fragen gesamthaft beurteilt werden können», so Fabian Haas, Geschäftsleiter WWF Uri.

Die Umweltverbände haben bewusst auf eine Einsprache zum Projekt «Max der Uristier» verzichtet. Mit dieser Stellungnahme fordern sie aber, dass «Max der Uristier» nicht nur baulich und wirtschaftlich, sondern auch verfahrensmässig überzeugt und die Bevölkerung einbezogen wird. Eine sorgfältige Klärung der offenen Fragen liegt im Interesse der Behörden, der Projektträgerschaft und der Bevölkerung.

Link zur ausführlichen Stellungnahme: 20260716_Stellungnahme_UUR_Max der Uristier